Kleidertransporte, Mongolei

Kleider- und Gütertransporte, Mongolei

Projektbeginn: Sommer 2012       Projektstatus: laufendes Projekt

Seit einigen Jahren betreibt El-Puente Wallis ein Projekt in der Mongolei mit dem Ziel, Teilen der ärmeren Bevölkerungsschicht unentgeltlich Kleider zur Verfügung zu stellen.
Dazu sammelt, sortiert und verpackt El-Puente Wallis Kleider in der Schweiz und kommt finanziell für den Transport in die Mongolei auf. Private Spender und grosses Engagement der Mitglieder tragen einen wichtigen Beitrag zum Gelingen dieses Projektes bei.

Neben Kleidern werden auf diesem Weg auch weitere dringend benötigte Güter wie Decken, Teppiche, Spielsachen, Kinderbettchen und Arbeitstische transportiert.

Ein Grossteil der transportierten Güter kommt dem Projekt Kindertagesstätte von Davaa und Zulaa zu Gute.
Auch ca. 1/3 der Kleider werden von Davaa in ihrem Viertel an Bedürftige verteilt.

Der Rest der Kleider wird über verschiedene Kanäle an bedürftige Menschen in der Stadt und auf dem Land verteilt.

Das Meditation-Center inmitten von Ulan Bator, welches zur NGO «lamp of the path» gehört, wird von der buddhistischen Nonne Gyalmo geleitet. Durch ihr soziales Engagement ist diese Institution in den ärmeren Schichten der Bevölkerung gut vernetzt.

Sie verteilen die Kleider dort, wo die Not am grössten ist und sind so nicht mehr wegzudenkender Partner für uns.
Ein wertvoller Partner vor Ort ist auch das kleine,buddhistische Kloster Dolma Ling am Stadtrand von Ulan Bator, welches ihr als die von El Puente Wallis unterstützte Suppenküche kennt. Diese Institution, die ebenfalls von Gyalmo mit viel Umsicht geleitet wird, kümmert sich ganzjährig um die Grundbedürfnisse Obdachloser in der Hauptstadt Ulan Bator. Neben einer warmen Suppe zum Mittagessen händigen die Betreuer des Klosters ihren Klienten bei Bedarf Kleider aus. Einmal jährlich bekommen die meist Obdachlosen zusätzlich ein Outfit ihrer Wahl geschenkt.

Neu verteilen seit Frühling 2019 die Eltern unserer mongolischen Freundin Tuugi, welche mit ihrer Familie in Visp lebt, Kleidersendungen bei sehr armen Nomadenfamilien in Tuv Aimag. Als Gemeindeschwester kennt ihre Mutter jede Person im Dorf und der Vater ist ein weit bekannter Tierarzt bei den Nomaden. Während unserem Besuch in Tuv Aimag Mitte August 2019 konnten wir erleben, was es bedeutet, sie als unsere direkten Helfer vor Ort zu haben. Sie kennen die in ihrem Umkreis lebenden Familien und ihre Lebensumstände bestens und sind so für uns ein sehr wichtiges Bindeglied zum Verteilen der Kleider und Güter an wirklich bedürftige Familien und Einzelpersonen auf dem Land. Sie scheuen keine Arbeit und keine langen Autofahrten, um die nochmals sortierten Kleider dort zu verteilen, wo Not an Allem herrscht.

Ohne breite Unterstützung und verschiedene Partner auch hier in der Schweiz wäre der Transport unserer Sendungen nicht realisierbar. Von Anfang weg konnte El-Puente Wallis auf die tatkräftige Unterstützung von Frau Boloroo, eine Mongolin, die in Genf lebt, zählen. Sie hat sich bereiterklärt, die Kleider und Güter zu einem reduzierten Preis bei uns in Zaniglas abzuholen, in Genf in Container zu verladen und die zweieinhalb Monate dauernde Überfahrt zu organisieren. Schlussendlich nimmt sie jede unserer Sendungen persönlich in Ulan Bator in Empfang und leitet hier noch die Verteilung vor Ort für uns in die Wege.

Seit 2014 konnten über diesen Kanal insgesamt ca. 5- 9 Tonnen Waren, vor Allem Kleider und Spielsachen vom Oberwallis in die Mongolei geschickt und vor Ort eingesetzt werden.

Wir erhalten praktisch alle Sachen in sehr gutem Zustand geschenkt. So entstehen uns zwar lediglich die Kosten für die Garagenmiete und den Transport; Wir bezahlen pauschal pro Kilo Material ab Zaniglas ca. 2.50-3.00 Franken. Dies summiert sich aber bei der ansprechenden Menge von Material schlussendlich zu einer wesentlichen Ausgabe für El Puente Wallis.

Manchmal werden wir zu Recht gefragt, ob der grosse logistische Aufwand mit den entsprechenden finanziellen Mitteln denn überhaupt Sinn mache. Ob wird denn nicht besser die Gelder, die wir sammeln, als solche in die Mongolei schicken würden, um allenfalls benötigte Dinge hier kaufen zu lassen?
Wir haben uns auch intensiv mit dieser Frage auseinandergesetzt. Aber die Kosten für Kleider und Nahrungsmittel sind in der Mongolei sehr hoch, da praktisch Eines und Alles importiert werden muss. Zusätzlich hat die Importware, vor Allem aus dem südlichen Nachbarland, meist eine äusserst schlechte Qualität.
Wenn wir also hier weiterhin so tolle Kleider, Decken usw. erhalten wie bisher und in einer Schachtel im Durchschnitt vielleicht 15-20 qualitativ gute Stücke verpackt werden können, kostet uns ein sauberes, gut erhaltenes Kleidungsstück zwischen 1.00 -2.50 Franken. In der Mongolei kostet ein warmer Pulli oder eine gute Hose umgerechnet ca. 50.- Fr..
Diese Überlegungen haben uns dazu gebracht, die etwas aufwändigere, aber aus unserer Sicht effizientere Lösung umzusetzen. Auch wenn es teuer scheint… die ca. 2 Tonnen Hilfsgüter pro Sendung werden unzähligen Familien eine willkommene Hilfe sein.

Wir sind weiterhin dankbar für gut erhaltene Sach- und Kleiderspenden und Spielsachen ohne Elektronik, vorzugsweise aus Holz oder Plüschtiere. Wir werden, solange wir die nötigen Gelder zusammenbringen, an diesem Projekt festhalten. Eure Unterstützung hat einen direkten Einfluss auf ein Menschenleben am anderen Ende der Welt. Eine Sendung wird das Wallis gegen Ende Mai verlassen, die andere voraussichtlich im Oktober.

Termine für die Annahme von Kleiderspenden sind jeweils nach telefonischer Absprache über 078 812 82 69 zu organisieren. Möchten Sie das Projekt «Kleidertransporte» finanziell unterstützen, finden Sie die Details zum Spendenkonto hier.

Im Namen vieler Empfänger in der Mongolei danken wir euch herzlich für jede Form der Unterstützung.